ReelBox Avantgarde von USB-Stick betreiben

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Datenspeicher1.jpg

Die von Reel Multimedia entwickelte Software war bisher (bis einschließlich Version "10.08.4") nur auf einer Festplatte mit 320GB (oder größer) installierbar.

Mit der aktuellsten Software auf Basis Ubuntu 10.04 und VDR 1.7 gibt es nun die Möglichkeit, die komplette Software auch auf einem USB-Stick aufzuschreiben (Mindestgröße 4GB). Dieser wird dann an einen freien USB-Port der ReelBox Avantgarde gesteckt. Dadurch wird es z.B. möglich, die komplette interne Festplatte für TV-Aufnahmen oder sonstige Daten zu nutzen oder eine Diskless ReelBox zu bauen, die nur auf externe Geräte wie z.B. NAS aufnimmt.

Bitte beachten Sie, dass die ReelBox für Funktionen wie das permantente Timeshift einen weiteren USB-Stick oder eben die interne Festplatte benötigt.

TV-Aufnahmen werden natürlich weiterhin auf dem Medium durchgeführt, welches zuvor über „Setup / Videorekorder / Festplatte/Medienlaufwerk“ festgelegt wurde. Auch Ihre bestehende Festplatte bzw. Aufnahmepartition können Sie unter Festplatte/Medienlaufwerk in das neue System einbinden.

Vorgehensweise und Voraussetzungen

  • 1. USB-Stick mit mindestens 4GB Kapazität

Für die Installation benötigen Sie einen schnellen USB-Stick mit mindestens 4GB. Die Geschwindigkeit des Sticks hat signifikanten Einfluß auf die Startgeschwindigkeit des gesamten System. Wir empfehlen daher die Verwendung von aktueller Markenware.

  • 2. aktuelles USB-Basisimage

Laden Sie das aktuelle Basis-Image über den folgenden Link herunter:

Basisimage: http://download.reelbox.org/software/ReelBox/stable/ReelBox-11.12.2-USB.img.gz (Stand: März 2012)
Ältere Version: http://download.reelbox.org/software/ReelBox/testing/ReelBox-1108-beta3-USB.img.gz (Stand: September 2011, Release 11.08 Beta 3 - ca. 1,2GB)

Das Image bitte nur auf den Desktop herunterladen und es dabei nicht auspacken!

  • 3. aktuelles BIOS für das Mainboard

Prüfen Sie bitte die BIOS-Version Ihrer ReelBox unter: Setup/Systeminformationen/Blaue Taste.
Sollte die BIOS-Version kleiner sein als 05/29/08 (Avantgarde I) bzw. 03/19/09 (Avantgarde II), ist ein Update auf die aktuelle Version notwendig.

Die passende Bios-Version und eine kurze Anleitung zum Flashen des Bios finden Sie hier: Bios Update

  • 4. Stick beschreiben

Zum Beschreiben des USB-Sticks benötigen Sie entweder einen Windows- einen Linux-PC- die ReelBox Avantgarde oder einen Mac.
Beschreiben Sie den USB-Stick z.B. mit Windows-Variante mit der heruntergeladenen ReelBox-Software.

USB-Stick mit Reel Software beschreiben

Windows Variante

Win32DiskImager

Das kleine kostenlose Programm „Win32diskimager“ ist in der Lage, über Windows, das Avantgarde-Image auf einen USB-Stick zu schreiben.
Man kann es hier herunterladen: http://sourceforge.net/projects/win32diskimager/files/latest/download
(Nach dem Download entpacken (Ordner mit rechter Maustaste anklicken und "Hier extrahieren ..." auswählen) und danach die enthaltenen *.exe-Datei starten).


Die Durchführung dann ist denkbar einfach:
USB-Stick an den Win-PC anschliessen, den "Win32Diskimager" starten, die zuvor heruntergeladene Image-Datei entpacken (z.B. mit WinZIP), die entpackte Datei auswählen (Endung .img) im Imager auswählen, den USB-Stick anwählen und starten. Es ist nicht notwendig, den USB-Stick vorher zu formatieren. Dies wird beim Beschreiben mit dem Image durchgeführt.

Sie können die Installation des USB-Sticks auch direkt auf der ReelBox Avantgarde durchführen Linux-Variante.

Linux Variante

Das oben genannte Image nur auf den Desktop (oder anderen Speicherort) herunterladen und dabei *nicht* auspacken.

USB Einstellungen ändern

Bevor man den Stick in die AVG einsteckt sollte zuvor der USB-Bus auf asynchron gestellt werden, das geht dann viel schneller.

auf dem KDE-Desktop (der Avantgarde) rechte Maustaste -> "Befehl ausführen", hier eingeben:

kdesu kwrite /etc/usbmount/usbmount.conf

(Passwort: reel)

hier in der Zeile "MOUNTOPTIONS=..." das Wort "sync" rauslöschen. Sollte dann so aussehen:

 MOUNTOPTIONS="noexec,nodev,noatime,group"

Abspeichern, schließen.


USB Stick der ReelBox Avantgarde beschreiben

Jetzt den Stick einstecken, dann sollte auf dem Desktop ein Icon erscheinen mit "2.0G Removable Media". rechte Maustaste -> "Sicher entfernen".

Nun auf dem KDE Desktop mit der Tastenkombination "ALT+F2" eine "Konsole" aufmachen, dann folgende Befehle eingeben (könnte ne Weile dauern, so ca. 10-15min):

 sudo sh -c "zcat ReelBox-1012-beta1-USB.img.gz > /dev/sdb"
 ("reel" als Passwort eingeben)
 sync

Mac Variante

Danach öffnen Sie ein Terminal und geben "diskutil list" ein um den Gerätename (beispielsweise /dev/disk2) herauszufinden.
Stecken Sie nun den USB-Stick an und führen erneut "diskutil list" aus. Nun sieht man welches Gerät hinzugekommen ist.

diskutil unmountDisk /dev/diskX
sudo sh -c "gzcat ReelBox-1012-beta1-USB.img.zip > /dev/diskX"
diskutil eject /dev/diskX

Erster Start

2011-02-10 12.01.36.png

Nach dem Bespielen des USB-Sticks und einem evtl. BIOS-Update können Sie diesen direkt in der ReelBox verwenden. Beim ersten Start erscheint wie gewohnt der Installationsassistent, womit Sie bitte zunächst Ihre ReelBox in eine Grundkonfiguration versetzen. Wenn Sie auf bereits auf der Festplatte vorhandene Aufnahmen zugreifen möchten, müssen Sie diese als Laufwerk ins System einbinden. Starten Sie hierzu Setup / Videorekorder / Festplatte. Wählen Sie hier "sda4" und bestätigen Sie mit OK. Die Festplatte ist jetzt als Aufnahmemedium konfiguriert.

Natürlich können Sie hier auch Ihr NAS als Aufnahmemedium einbinden. Bitte beachten Sie, dass die Funktion "permanent Timeshift" nur in Verbindung mit einer lokalen Festplatte möglich ist. In diesen Fall binden sie bitte die Festplatte mit der grünen Taste "Einbinden" nur ins System ein und konfigurieren das NAS als Medienlaufwerk.

USB-Stick und SSD Tuning

Um die Lebensdauer von USB-Sticks und SSD-Festplatten zu erhöhen und gleichzeitig die Performance zu verbessern, ist es notwendig, einige Einstellungen für das Dateisystem zu machen. Bei den Original-Sticks, welche in Reel-Geräten verbaut sind, ist dies bereits der Fall. Sie müssen hier also keine Aktionen durchführen. Diese Hinweise gelten speziell bei selbst erstellten Installationen, speziell für SSD-Festplatten. Das empfohlene Dateisystem für Installationen auf USB-Geräten und SSDs ist ext4. Diese Hinweise hier gelten auch nur für dieses Dateisystem.

Die Änderungen sind im Einzelnen:

  1. Entfernen des Journals
  2. Ausschalten der Schreibzugriffe auf das Medium wenn Daten nur gelesen werden
  3. Verlängern der Zeitspanne, bis Daten auf das Medium geschrieben werden müssen
  4. bei SSD Festplatten: Trimming


1. Das Journal kann man entweder direkt beim Formatieren ausschalten oder nachträglich einen Parameter einstellen mittels "tune2fs". Leider geht dies nicht im laufenden Betrieb wenn das Medium gemountet ist. Man braucht also einen 2. Linux-Rechner wenn es sich um das Bootmedium handelt.
Nachdem man den Stick/SSD-Platte ungemountet hat, kann man mit diesem Befehl das Journal entfernen:

 sudo tune2fs -O ^has_journal /dev/sdbX

2. Ausschalten der Schreibzugriffe bei Lesen von Dateien (access time) in der /etc/fstab die Optionen "noatime,nodiratime" hinzufügen. Der Eintrag in der fstab sollte dann z.B. so aussehen:

   UUID=[...]     /var    auto    defaults,noatime,nodiratime,commit=30           0       2

3. Erhöhen der Zeitspanne, bis Daten auf das Medium geschrieben werden müssen (commit) Als Standard ist die Zeit, bis zu der Daten gesichert werden (sync) 5sec. Diese Zeitspanne kann man deutlich erhöhen, z.B. auf 30sec, indem man commit=30 angibt (siehe voriges Beispiel)

4. Nur SSDs: trimming Ab kernel 2.6.33 wird dies vom Linux-Kernel automatisch vorgenommen. Bis kernel 2.6.32 muss man hierfür das Programm "wiper" aus dem Paket "hdparm" anwenden. Leider ist dies für die Ubuntu-Distribution auf der die Reelbox-Software aufsetzt, zu alt. TODO: Anleitung für hdparm-9.37/wiper, hdparm-Update auf Reelbox, Quelle: http://www.overclock.net/t/947290/tuning-an-ssd-in-linux

Unterschiede zur Version für Festplatte

Im Grunde ist die Stick-Version identisch zu der Version für Festplatte, aus Platzgründen wurde jedoch auf die grafische Benutzeroberfläche KDE im PC-Modus verzichtet. Es ist jedoch grundsätzlich möglich, KDE nachträglich zu installieren, sofern Stick und Partition darauf ausreichend groß sind. Ohne Änderungen an der Partition kann man auch eine alternative Oberfläche, wie sie auch von der Ubuntu Netbook Edition verwendet wird, installieren. Die hierfür notwendigen Schritte sind im Artikel Netbook Oberfläche für USB-Stick-Version beschrieben.