Bootgeschwindigkeit optimieren

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Eine häufig gestellte Frage bezieht sich auf die Bootgeschwindigkeit der Reelbox. Dazu muss man zunächst verstehen, dass die Reelbox im Prinzip ein PC mit speziellen Komponenten (wie NetCeiver und Extension-HD) ist und ein Linux-basiertes Betriebssystem verwendet (aktuell liegt ein Ubuntu 8.04LTS zugrunde). Dadurch ist die Zeit zum Hochfahren prinzipbedingt etwas länger als bei spezieller, dedizierter Hardware (wie das z.B. noch bei der Reelbox Lite der Fall war).

Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, die Bootzeit noch etwas zu reduzieren:

Vorausschauendes Lesen von Dateien

Ein Grund für Verzögerungen beim Bootvorgang sind intensive Zugriffe auf die Festplatte, um diverse Treiber und Module zu laden. Um diese Zugriffe zu optimieren, verwendet Ubuntu eine "readahead" genannten Mechanismus. Dabei werden die benötigten Dateien im Filesystem in der Reihenfolge des Ladens abgelegt, was bei nachfolgenden Bootvorgängen die Kopfbewegungen der Festplatte deutlich reduziert, oftmals lassen sich hier einige Sekunden einsparen.

Hinweis: die nachfolgende Prozedur muss nur einmalig durchgeführt werden.

Um die Dateien auf der Platte neu anzuordnen, gehen sie bitte wie folgt vor:

  • Schalten sie das Gerät am rückseitigen Netzschalter aus
  • Schliessen sie einen Monitor (oder ihren Flachbildschirm) an den VGA-Ausgang der Reelbox an
  • Schliessen sie eine PS/2 oder USB Tastatur an die Reelbox an
  • Schalten sie die Box ein
  • Drücken sie, sobald der Countdown für das GRUB-Menü (Bootmenü) angezeigt wird, die [ESC] Taste
  • Das Boot Menü wird angezeigt
  • Wählen sie den ersten Eintrag aus, und drücken dann die Taste [e] (wie editieren)
  • Wählen sie jetzt die zweite Zeile aus (beginnt mit "kernel...") und drücken sie nochmals die Taste [e]
  • Gehen sie mit dem Cursor ans Ende der Zeile und geben sie hier ein Leerzeichen und dann das Wort profile ein (also   profile)
  • Drücken sie die [Enter] Taste, um ihre Eingabe zu bestätigen
  • Drücken sie die Taste [b], um mit diesem zusätzlichen Parameter zu booten

Der nun folgende Bootvorgang wird deutlich länger als normal dauern, da das System nun prüft, welche Dateien geladen werden und diese optimal anordnet. Es reicht aus, diese Prozedur einmalig nach Neuinstallation (Einspielen von Factory-Image oder Recovery-Image) oder nach Rückspielen eines Backups durchzuführen. Nach normalen Online-Updates ist dies nicht mehr erforderlich.

Verwendung einer festen IP-Adresse

Die Anforderung einer IP-Adresse vom DHCP-Server kostet ebenfalls Zeit. Diese kann man einsparen, indem man die Box auf eine feste IP-Adresse einstellt.

Deaktivieren des Splash-Screens beim Booten

Zu Beginn des Bootvorgangs wird auf dem VGA-Ausgang ein Splashscreen angezeigt. Dieser bringt eigentlich keinen Nutzen, kostet jedoch bei jedem Bootvorgang ca. 2 Sekunden.

Hinweis: die folgenden Änderungen sollten nur von Experten durchgeführt werden!
Fehlerhafte Einträge können den Bootvorgang verhindern und das Einspielen eines Recovery notwendig machen!
  • Melden sie sich mit einem Telnet-Client als "root" auf der Box an (z.B. Putty) oder starten sie die grafische Umgebung
  • Öffnen sie die Datei /boot/grub/menu.lst in einem Editor (z.B. nano)
  • Entfernen sie in der ersten Zeile "kernel .... ro quiet splash" den Parameter "splash" am Ende
  • Speichern sie die Datei